Akkordeon lernen für Späteinsteiger im Test: Meine Erfahrungen mit Kursen

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Der eine Kurs redete ständig von Tasten, die meine zweireihige Ziehharmonika gar nicht besitzt – der andere kümmerte sich nie darum, dass ich frühestens nach der Schicht überhaupt Zeit zum Üben finde. Zwischen diesen beiden Enttäuschungen liegt mein Online-Musikkurs-Test fürs Akkordeon lernen, geschrieben für alle, die wie ich erst spät zur Späteinsteiger-Musik gefunden haben – hier in meinem Hobbymusiker-Tagebuch, keine Bestenliste, sondern ein ehrlicher Vergleich zweier Wege, die sich am Ende vor allem an einer Frage entscheiden: Hat dein Instrument Tasten oder Knopfreihen.

Ein Transparenzhinweis vorab: Ich schreibe hier nur über Kurse, die ich selbst an freien Sonntagen oder direkt nach einer Schicht durchgearbeitet habe. Über die Links in diesem Tagebuch bekomme ich bei einem Kauf eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Meine Offenlegung steht oben im Kasten.

Zwei Kurse, ein Instrument: Mein Online-Musikkurs-Test fürs Akkordeon lernen

Zuerst kamen die Videos aus dem Internet, wie vermutlich bei jedem, der ohne Lehrer anfängt. Die meisten waren für Leute gemacht, die schon spielen konnten – sie sprangen von einem Akkord zum nächsten, bevor ich den ersten überhaupt sauber getroffen hatte, und nach ein paar Anläufen habe ich sie weggeklickt. Nach Gehör ein bisschen herumzuprobieren ging noch einigermaßen, aber ein Kurs, der genau das systematisch aufbaut, macht daraus etwas ganz anderes als bloßes Nachspielen.

Zwei Kurse sind es am Ende geworden, mit denen ich wirklich gearbeitet habe – nicht, weil ich zehn Anbieter systematisch verglichen hätte, sondern weil beide genau dann auftauchten, als ich sie brauchte.

Hände auf dem Balg der Ziehharmonika beim Akkordeon lernen als Späteinsteigerin

Welcher Kurs versteht, dass meine Ziehharmonika keine Tasten hat?

Der Kurs meineMusikschule Akkordeon war mein erster ernsthafter Versuch mit Struktur, und das flexible Abo-Modell ließ sich gut an meine wechselnden Schichten anpassen. Was dort fehlte, wurde erst klar, als ich versuchte, eine Melodie für Klaviatur-Akkordeon auf meine zwei Knopfreihen zu übertragen – die Tastenbelegung meiner Kleinen hat mit einem Tasten-Akkordeon schlicht nichts zu tun, und keine noch so geduldige Erklärung ändert daran etwas. Wie genau sich das angefühlt hat, habe ich in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben: Meine Musikschule Akkordeon Kurs: Lohnt sich der Online Unterricht?

Verstanden habe ich erst richtig, warum so vieles nicht passte, als ich las, dass meine Ziehharmonika wechseltönig ist – der Unterschied zwischen Zug und Druck ist etwas, das ein Kurs für Klaviatur-Akkordeon einfach nicht mitdenkt.

Harmonicademy war der zweite Kurs, extra für diatonische Instrumente gemacht, mit Lektionen, die aufeinander aufbauen, statt einem großen Sammelsurium für alle Instrumente auf einmal. Griffschrift lesen konnte ich darüber deutlich schneller lernen als klassische Noten, und genau das war für mich der Unterschied zwischen Frust und tatsächlichem Fortschritt. Wie ich inzwischen die Bassknöpfe fast blind finde, steht in einem anderen Eintrag: Akkordeon Bassknöpfe lernen: Wie ich blind die Töne finde.

Knopfreihen der zweireihigen Ziehharmonika beim Üben im Online-Musikkurs-Test

Balgkontrolle, Fingersatz und Wörter, die mir am Anfang fehlten

Balgkontrolle war so ein Wort, für das mir am Anfang jede Vorstellung fehlte – ich wusste nur, dass sich der Druck mal richtig und mal komplett falsch anfühlte, ohne sagen zu können, warum.

Elsbeth aus der Tagschicht schaute mir neulich beim Üben zu und sagte nur, meine Schulter sei hochgezogen wie im OP, keine Umschweife, einfach die Feststellung, und sie hatte natürlich recht.

Beim Fingersatz für die rechte Hand halfen mir am meisten die Ausschnitte, in denen nur eine Hand zu sehen war, ohne Ablenkung durch den Rest des Instruments.

Die Koordination beider Hände kam über Wiederholung, nicht über Erklärungen – auf Station ist das bei einer neuen Fertigkeit genauso.

Ein Gefühl für den Takt hatte ich zu Beginn schlicht nicht, das kam erst, nachdem ich bewusst langsamer gespielt habe, als mir eigentlich lieb war.

Der Wechselbass wurde im einen Kurs in einer eigenen Lektion behandelt, im anderen nur am Rand erwähnt – ein Unterschied, den ich erst zu schätzen wusste, als die linke Hand einfach nicht folgen wollte.

Bei einem vollen Akkord entsteht außerdem dieses leichte Schweben zwischen zwei minimal verstimmten Tönen, das ich eher im Brustkorb spüre als in den Ohren höre.

An einem dieser Abende saß der Hund, der sonst durchschläft sobald ich anfange, nicht zusammengerollt im Körbchen unter dem Sessel mit der Stehlampe, sondern hob mitten in einer Zugbewegung den Kopf – vermutlich, weil ich zum ersten Mal einen ganzen Takt ohne Stocken durchgespielt hatte.

Eine Kollegin fragt, warum ich zwei Kurse gleichzeitig durchziehe

Genau diese Frage stellte mir Elsbeth letztens auf Station, und die ehrliche Antwort ist: weil keiner der beiden Kurse allein alles abdeckt, was ich wissen wollte.

Über das Abo-Modell der Harmonicademy bin ich außerdem mit anderen Spätzeinsteigern in Kontakt gekommen, die genau dieselben Probleme mit dem Moll-Bass oder dem Umschalten zwischen Zug und Druck hatten – allein am Küchentisch zu sitzen fühlt sich dadurch anders an.

Danach drehe ich manchmal noch eine kurze Runde die Warnow-Promenade entlang, zwischen Gehlsdorf und der Stadtmitte, einfach um den Kopf freizubekommen.

Tagebuch und Ziehharmonika auf der Terrasse beim Vergleich zweier Akkordeonkurse für Späteinsteiger

Wer die Tasten hat, sollte zum anderen Kurs greifen

Heinrich aus Stralsund schrieb mir neulich wegen seiner Hohner, die er auf einem Nachlassverkauf gefunden hat, und wollte wissen, welcher der beiden Kurse besser zu seinem Tasten-Akkordeon passt.

Für mich war der Ziehharmonika Anfängerkurs der Harmonicademy der wichtigste Schritt, um die Logik meiner zweireihigen Kleinen zu verstehen.

Wer wie Heinrich ein klassisches Tasten-Akkordeon hat, ist bei einem Kurs wie Akkordeon für Anfänger von doormaker vermutlich besser aufgehoben, weil er sehr genau auf Handhaltung und Balgführung für dieses Instrument eingeht.

Bei einem gebrauchten Instrument wie seiner Hohner oder meiner eigenen Kleinen gehört außerdem ein bisschen Pflege dazu, aber das ist noch mal ein eigenes Thema für sich, ein andermal. Ab und zu schickt er mir ein Foto seines Instruments mit einer Bildunterschrift, die ich erst beim zweiten Lesen verstehe.

Schau dir beide Kurse in Ruhe an, bevor du dich entscheidest – über die Links oben kommst du direkt zu Harmonicademy und zu doormaker, und welcher Weg zu dir passt, hängt am Ende einzig davon ab, was für ein Instrument bei dir auf dem Tisch steht.

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