Akkordeon lernen für Späteinsteiger im Test: Meine Erfahrungen mit Kursen

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Es ist halb eins nachts. Die Spätschicht auf der Kardiologie war lang, die Patienten unruhig, und meine Beine fühlen sich an wie Blei. Ich sitze in meiner kleinen Wohnung in Warnemünde, die Ostsee ist nur ein paar Straßen weiter zu hören, wenn der Wind richtig steht. Vor mir auf dem Küchentisch steht 'die Kleine' – meine zweireihige Ziehharmonika vom Trödelmarkt in Güstrow. Ich drücke den ersten tiefen Bass-Knopf, und da ist er wieder: dieser vertraute Geruch von altem Holz und ein bisschen Staub, der sanft aus dem Balg strömt. Es ist mein Ritual geworden, bevor ich schlafen gehe.

Hinweis: In diesem Text teile ich meine ganz persönlichen Erlebnisse. Wenn du über die Links in meinem Tagebuch etwas kaufst, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich schreibe hier nur über Kurse, die ich selbst – Woche für Woche, wie du es hier lesen kannst – an meinen freien Sonntagen oder nach der Schicht ausprobiert habe. Hier findest du meine Offenlegung.

Vom Trödelmarkt-Fund zum ersten richtigen Ton

Eigentlich fing alles im nebligen November an. Ich hatte keine Ahnung von Musik, keine Notenkenntnisse, nichts. In der Schule habe ich nie ein Instrument gelernt. Aber da lag sie, zwischen einem verbogenen Kupferkessel und einer vergilbten Briefmarkensammlung. 45 Euro hat sie gekostet. Ich habe sie mitgenommen, weil sie so traurig aussah. Zu Hause saß ich dann da und habe einfach gedrückt. Ohne Plan.

Schnell merkte ich: Einfach nur Knöpfe drücken reicht nicht. Ich wollte, dass es nach etwas klingt. Nach mehr als nur einem Seufzen. Ich habe angefangen, im Internet zu suchen. Als Krankenschwester im Schichtdienst sind feste Termine in einer Musikschule für mich unmöglich. Ich brauchte etwas, das ich nachts um eins machen kann, wenn der Hund unter meinem Stuhl schläft und die Welt draußen still ist. So bin ich bei den ersten Online-Versuchen gelandet.

Nahaufnahme von Händen, die den Balg einer alten Ziehharmonika berühren.

Die Suche nach Struktur: Meine Erfahrungen mit meineMusikschule

In den dunklen Januarnächten habe ich gemerkt, dass ich eine Anleitung brauche, die mich an die Hand nimmt, ohne mich zu überfordern. Ich bin kein Profi, ich will keine Konzerte geben. Ich will nur, dass mein Kopf nach dem Krankenhaus zur Ruhe kommt. Ich habe den Kurs von meineMusikschule Akkordeon ausprobiert. Was mir dort sofort gefiel, war das flexible Abo-Modell. Es ist ein bisschen wie die Stationsroutine: Man hat seine Abläufe, aber man kann sie anpassen, wenn ein Notfall dazwischenkommt.

Die Lehrer dort erklären ruhig. Es fühlte sich an, als würde man mit einer erfahrenen Kollegin sprechen, die einem zeigt, wie man eine Infusion legt – Schritt für Schritt. Allerdings gab es ein Problem, das ich erst später verstand. Ich habe verzweifelt versucht, eine Melodie für Piano-Akkordeons auf meinen zwei Knopfreihen zu finden. Ich wusste damals noch nicht, dass meine 'Kleine' eine völlig andere Logik hat als ein Akkordeon mit Tasten. Es war frustrierend. Ich saß da, die Finger müde von der Doppelschicht, und nichts passte zusammen. Wenn du mehr über diesen speziellen Weg wissen willst, schau dir mal meinen Bericht an: Meine Musikschule Akkordeon Kurs: Lohnt sich der Online Unterricht?

Der Wendepunkt: Wenn das Instrument 'atmet'

Nach etwa drei Monaten Üben kam die Erkenntnis. Meine Ziehharmonika ist wechseltönig. Das bedeutet, dass derselbe Knopf beim Ziehen einen anderen Ton macht als beim Drücken. Das war der Moment, in dem ich verstand, warum viele Übungen für normale Akkordeons bei mir nicht funktionierten. Es war, als hätte ich versucht, ein Medikament über die Haut zu verabreichen, das eigentlich in die Vene gehört.

Ich suchte gezielt nach etwas für die diatonische Bauweise. So stieß ich auf die Harmonicademy. Der Anfängerkurs dort hat 21 strukturierte Lektionen. Das war genau das, was ich brauchte. Kein Durcheinander, sondern ein klarer Pfad. Besonders die Erklärung zum Balgfluss war Gold wert. Ich lerne dort gerade, wie ich blind die Knöpfe finde. Es gibt dazu auch tolle Tipps in diesem Beitrag: Akkordeon Bassknöpfe lernen: Wie ich blind die Töne finde.

Blick auf die Knopfreihen einer diatonischen Ziehharmonika während des Spielens.

Geduld und Muskelgedächtnis: Ein Vergleich zum Pflegealltag

Manchmal fragen mich die Kollegen auf Station, warum ich mir das mit 42 noch antue. Ich sage dann immer: Es ist wie beim Blutabnehmen. Am Anfang zittert man, man sucht die Vene, man ist unsicher. Aber irgendwann weiß die Hand einfach, was sie tun muss. Das Muskelgedächtnis übernimmt. Beim Akkordeon ist es genauso. Wenn nach einer Woche Üben plötzlich der Wechselbass zum ersten Mal flüssig mit der rechten Hand harmoniert, ist das ein unglaubliches Gefühl. Da ist dieses leichte Zittern in den Fingerspitzen – nicht vor Erschöpfung, sondern vor Freude.

Ein großer Vorteil der Online-Kurse wie bei der Harmonicademy ist die Community. Man ist nicht allein, auch wenn man nachts in Rostock sitzt. Es gibt viele Späteinsteiger, die genau dieselben Probleme mit dem Moll-Bass oder dem Umschalten zwischen Zug und Druck haben. Man lernt dort auch, dass es okay ist, wenn eine Passage mal komplett zerfällt, weil die Finger nach zehn Stunden auf den Beinen einfach nicht mehr wollen.

Die Realität: Lehrer vor Ort oder Online-Kurs?

Natürlich gibt es einen Trade-off. Ein Lehrer, der neben dir sitzt, korrigiert deine Haltung sofort. Er sieht, wenn deine Schulter verkrampft, bevor du es merkst. Das können Online-Videos nur bedingt leisten. Aber für jemanden wie mich, der keine festen Zeiten garantieren kann, ist der Online-Weg der einzige, der funktioniert. Ein Lehrer vor Ort erfordert eine deutlich höhere zeitliche und finanzielle Bindung pro Lerneinheit. Bei den Online-Kursen kann ich die Lektionen so oft wiederholen, wie ich will – auch fünfmal hintereinander, wenn der Kopf mal wieder zu voll mit Patientenschicksalen war.

Hier ist eine kleine Übersicht, was ich auf meiner Reise bisher gelernt habe:

Ein Tagebuch und eine Ziehharmonika auf einer Terrasse in Warnemünde.

Sonntagmorgen in Warnemünde: Ein Fazit

Heute ist ein sonniger Sonntagmorgen im Juni. Ich sitze mit meinem Kaffee auf der kleinen Terrasse. Der Hund schläft unter meinem Stuhl. Früher habe ich sonntags oft nur Netflix geschaut, um den Stress der Woche zu vergessen. Heute schreibe ich in mein Tagebuch und übe danach zehn Minuten. Die Nachbarin nebenan hat sich am Anfang beschwert, als es nur quietschte. Inzwischen ist es still geworden, wenn ich spiele. Ich glaube, sie hört jetzt eher zu, als dass sie klopft.

Für mich war der Ziehharmonika Anfängerkurs der Harmonicademy der wichtigste Schritt, um die Logik meiner kleinen Zweireihigen zu verstehen. Wer eher ein klassisches Tasten-Akkordeon hat, für den ist vielleicht der Kurs Akkordeon für Anfänger von doormaker die bessere Wahl, weil er sehr tief in die Handhaltung geht.

Am Ende ist es egal, welchen Weg man wählt. Wichtig ist nur, dass man anfängt. Auch mit 42. Auch ohne Noten. Auch wenn man nur zehn Minuten Zeit hat. Es ist eine Sprache, die keine Patientenakten braucht. Und das ist das schönste Geschenk, das ich mir selbst seit langem gemacht habe.

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