Harmonicademy Erfahrungen: Wie der Onlinekurs mir bei den Bassknöpfen half

Es ist dieser eine Moment am Sonntagmorgen, wenn die Sonne gerade so über die Dächer von Warnemünde kriecht und der Wind die salzige Luft durch den Türspalt drückt. Ich sitze hier mit meinem dritten Kaffee, der Hund schläft noch tief und fest unter meinem Stuhl, und vor mir liegt 'die Kleine'. So nenne ich die zweireihige Ziehharmonika, die ich vor acht Monaten für 45 Euro auf einem Trödelmarkt in Güstrow gefunden habe.

Sie lag da zwischen einem verbeulten Kupferkessel und einer verstaubten Briefmarkensammlung. Sie sah traurig aus. Und ich, 42 Jahre alt, Krankenschwester auf der Kardiologie und ohne jede Ahnung von Musik, dachte mir: Das probieren wir jetzt.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einen Kurs buchst, erhalte ich eine Provision, für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich schreibe hier nur über das Harmonicademy-Abo, weil ich es selbst Woche für Woche auf meiner Terrasse nutze, um nach den Spätschichten den Kopf frei zu bekommen. Hier ist meine Offenlegung.

Das Rätsel der acht Knöpfe

Eines Nachts im November, es war halb eins und ich kam gerade von einer besonders anstrengenden Schicht auf der Kardiologie nach Hause, passierte es wieder. Ich saß in der stillen Wohnung, starrte auf die linke Seite des Instruments und diese 8 Bassknöpfe fühlten sich an wie eine fremde Sprache. Ich wusste, dass die rechte Hand die Melodie spielt, aber links? Da herrschte pures Chaos.

Ich versuchte den C-Dur Bass beim Ziehen zu finden, erzeugte aber nur ein krächzendes Geräusch, das den Hund so erschreckte, dass er unter den Küchentisch flüchtete. Es war frustrierend. In meinem Job muss ich hochkonzentriert sein, Infusionen richten, Patienten überwachen. Da sitzt jeder Handgriff. Aber hier, bei diesem kleinen Holzkasten, fühlte ich mich wie eine blutige Anfängerin.

Ich dachte mir: Wenn ich im Schlaf Infusionen richten kann, wird mein linker kleiner Finger ja wohl diesen einen Knopf finden, ohne dass ich hinschaue. Aber die Realität sah anders aus. Ohne Plan drückte ich einfach irgendwas, und es klang – nun ja, wie ein Unfall.

Nahaufnahme der acht Bassknöpfe einer alten Ziehharmonika mit einer Hand im Fokus.

Warum Harmonicademy? Meine Suche nach Struktur

In Rostock eine Lehrerin zu finden, die zu meinen Arbeitszeiten passt, ist unmöglich. Wenn ich nachts um eins üben will, hat keine Musikschule offen. Also habe ich angefangen zu suchen. Ich bin über verschiedene Angebote gestolpert, habe mir Akkordeon lernen per App oder Online Kurs angesehen, aber ich brauchte etwas, das speziell für diese diatonischen Instrumente gemacht ist. Etwas, das mir erklärt, warum der Ton sich ändert, wenn ich den Balg ziehe oder drücke.

Nach den ersten vier Wochen im Harmonicademy-Abo merkte ich, dass der Nebel sich lichtete. Das System ist dort in 21 Lektionen für Anfänger aufgeteilt. Kein Notenstress, keine komplizierte Theorie, die mich nach zehn Stunden Dienst nur noch mehr ermüden würde. Stattdessen Videos, die mir genau zeigen, wo meine Finger hinmüssen.

Besonders hilfreich war für mich, dass man dort nicht erwartet, dass man wie ein Profi startet. Es geht um das Gefühl. Ich musste zum Beispiel lernen, dass meine kurzen Fingernägel, die ich wegen des Jobs tragen muss, eigentlich perfekt für die Knöpfe sind. Ein kleiner Vorteil meines Berufsalltags, den ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte.

Wenn die Gelenke nicht so wollen wie der Kopf

Hier kommt ein Punkt, den viele Lehrbücher ignorieren: Ich habe manchmal mit rheumatischen Beschwerden in den Fingern zu kämpfen. Wenn wir auf Station viel lagern mussten oder es draußen feucht-kalt ist, sind meine Gelenke steif. Klassische Lehrer sagen oft: 'Du musst die Hand genau in diesem Winkel halten'. Wenn ich das versuche, wenn meine Gelenke gerade entzündet sind, tut es einfach nur weh.

Beim Onlinekurs von Harmonicademy konnte ich mein eigenes Tempo wählen. Wenn die Finger morgens dick waren, habe ich nur die Theorie-Videos geschaut oder ganz sanft nur den Balg bewegt. Diese Flexibilität hat mich davor bewahrt, die Flinte ins Korn zu werfen. Man lernt dort, dass es nicht um die perfekte, starre Haltung geht, sondern darum, wie man mit seinem eigenen Körper und dem Instrument harmoniert. Das war für mich die wichtigste Motivation für die Ziehharmonika, um trotz Schichtarbeit dranzubleiben.

An einem stürmischen Sonntagmorgen im März saß ich hier und merkte, wie ich beim Üben der Wechselbässe plötzlich lockerer wurde. Ein warmes Kribbeln in den Fingerspitzen und das plötzliche Lockerlassen der Nackenmuskulatur, als der Rhythmus zum ersten Mal von alleine lief – das war besser als jede Massage.

Der Durchbruch bei der Handkoordination

Das größte Problem für mich war immer die Handkoordination beim Akkordeon. Rechts eine einfache Melodie spielen, das ging nach ein paar Wochen. Aber sobald der Bass links dazukam, hat mein Gehirn abgeschaltet. Es ist ein bisschen wie beim ersten Mal Blutabnehmen: Man weiß theoretisch, wie es geht, aber die Hände zittern und nichts passt zusammen.

In dem Anfängerkurs gab es ein spezielles Video über die Balgführung und den Wechselbass. Der Lehrer dort erklärte das so ruhig, dass ich es nachts im Wohnzimmer immer wieder zurückspulen konnte. Er zeigte, wie man den Druck im Balg nutzt, um den Bassknöpfen mehr Kraft zu geben, ohne dass man sich verkrampft.

Ich erinnere mich an den Mittwoch vor etwa drei Wochen. Ich saß auf der Terrasse, die Sonne war fast weg, und ich spielte eine kleine Melodie, die ich drei Minuten lang halbwegs hinbekommen habe. Ohne dass der Bass den Takt verloren hat. In diesem Moment roch es nach altem Holz und Bohnerwachs, dieser typische Geruch, der aus dem Balg der Kleinen strömt, wenn man sie richtig atmen lässt. Das kühle Metall der Balgecken an meinen Unterarmen fühlte sich plötzlich nicht mehr fremd an, sondern wie ein Teil von mir.

Ein Tablet mit einem Harmonicademy-Kursvideo steht neben der Ziehharmonika zum Üben bereit.

Fazit: Zehn Minuten statt Netflix

Heute, acht Monate nach dem Fund in Güstrow, bin ich immer noch keine Musikerin. Ich kann keine Noten lesen und ich verhaue mich immer noch regelmäßig bei den Moll-Bässen. Aber das ist egal. Das Harmonicademy-Abo hat mir die Struktur gegeben, die ich brauchte, um aus dem 'Draufherumdrücken' ein echtes Lernen zu machen.

Die Nachbarin nebenan hat sich am Anfang beschwert, aber inzwischen sagt sie nichts mehr. Letztens hat sie sogar ihr Fenster aufgelassen, als ich geübt habe. Vielleicht war es Einbildung, aber ich glaube, es hat ihr gefallen. Wenn du auch so ein Instrument zu Hause hast und dich nicht traust, weil du denkst, du bist zu alt oder zu unmusikalisch: Fang einfach an. Such dir einen Kurs, der zu deinem Leben passt, nicht umgekehrt.

Für mich sind diese zehn Minuten vor dem Schlafengehen wertvoller geworden als jede Staffel auf Netflix. Es ist etwas, das nur mir gehört. Kein Patient, keine Akte, nur ich, die acht Bassknöpfe und die salzige Luft von Warnemünde. Wer weiß, vielleicht sitzt der Wechselbass nächsten Sonntag ja schon ganz ohne Nachdenken.

Wenn du auch diesen Weg gehen willst, schau dir den Einsteigerkurs an. Es muss nicht perfekt sein, es muss sich nur richtig anfühlen.

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